„Namibische Gedenk- und Erinnerungsorte. Postkolonialer Reisebegleiter in die deutsche Kolonialgeschichte“

Buchvorstellung Bernd Heyl - Coverabbildung: Nicola Brandt, »Remembering Those Who Built This Line. Uakondjisa Kakuekuee Mbari spaziert auf der Eisenbahnstrecke in Swakopmund, Namibia. August, 2012«.

Donnerstag, 27. Januar 2022 - 20:00 Uhr


Eintritt frei




Bernd Heyls Buch “Namibische Gedenk- und Erinnerungsorte” trägt den Untertitel “Postkolonialer Reisebegleiter in die deutsche Kolonialgeschichte”. Es richtet sich an Namibiareisende und alle an der Geschichte Namibias Interessierte, die über die deutsche Kolonialperiode mehr erfahren wollen, als in gängigen Reiseführern, Reiseblogs, oder der vielfach angebotenen kolonialnostalgischen Erinnerungsliteratur zu lesen ist. Das Buch möchte zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der bis in die Gegenwart wirksamen kolonialen Vergangenheit Deutschlands anregen. Am Beispiel von 20 namibischen Orten werden Denkmäler, Gebäude, Grenzen und andere Relikte kolonialer Gewaltherrschaft kritisch hinterfragt, auf den afrikanischen Widerstand gegen die koloniale Landnahme wird ausführlich eingegangen. Das Buch ist reich mit Bilddokumenten und zeitgenössischen Originalzitaten, etwa von Mathias Erzberger, August Bebel, Walther Rathenau und Julius Bonn versehen, einige werden vorgestellt. Es wird gefragt, ob es nach wie vor angemessen ist, wenn Reiseanbieter Relikte aus der Kolonialzeit als touristische Standortfaktoren vermarkten.